Erfolge feiern: Knapp 800 Teilnehmende haben ihre Qualifikationen durch Bremer IQ Projekte angepasst oder erweitert

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Auswertung der Förderphase 2015-2018

800 Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben sich in IQ Projekten in Bremen qualifiziert

 

Das Bremer IQ Netzwerk hat Grund zur Freude: 797 Absolventinnen und Absolventen haben zwischen 2015 und 2018 erfolgreich an Qualifizierungsangeboten des Landesnetzwerks teilgenommen – ein wichtiger Schritt für den (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben.

Qualifizierung – warum?

Die IQ Qualifizierungsprojekte richten sich an Menschen, die ihren Berufsabschluss außerhalb Deutschlands gemacht haben und in Deutschland in ihrer erlernten Tätigkeit weiterarbeiten möchten. Die angebotenen Qualifizierungen gleichen fachliche Unterschiede in den jeweiligen Berufsfeldern aus und erhöhen so die Einstiegschancen in den Arbeitsmarkt.

Alle Qualifizierungen in Bremen bestehen aus einem kursförmigen Strang und individuellen, begleitenden Bausteinen, zum Beispiel Coaching am Arbeitsplatz, Kommunikationstraining, Prüfungsvorbereitungen oder auch eine Schreibwerkstatt, die gezielt das Verfassen von Kolloquiumsberichten vorbereitet. Sprachliche und inhaltlich-fachliche Anteile gehören zu jeder Maßnahme und können nach Bedarf und Anforderung individuell gewichtet werden.

Zwischen 2015 und 2018 standen folgende Qualifizierungsangebote zur VerfĂĽgung:

  • KomMed – Kommunikation fĂĽr medizinische Fachkräfte
  • AusgleichsmaĂźnahmen fĂĽr Lehrerinnen und Lehrer
  • Fachsprachliches Tutorium fĂĽr ausländische Lehrkräfte
  • AusgleichsmaĂźnahmen fĂĽr pädagogische Fachkräfte
  • Zusatzqualifizierung Deutsch in der Erwachsenenbildung
  • BrĂĽckenmaĂźnahmen im MINT-Bereich
  • BrĂĽckenkurs fĂĽr Wirtschaftswissenschfterlerinnen und -wissenschaftler
  • Refugee Assistance
  • Individuelle Wege fĂĽr ausländische Akademikerinnen und Akademiker
  • Zertifikatskurs Deutsch als Zweitsprache (Ziel B2-Zertifikat)
  • Deutsch fĂĽr Ingenieurinnen und Ingenieure

Die größte Gruppe an Teilnehmenden bildeten 275 ausländische Ärzte, die den Kurs „KomMed – Kommunikation für medizinische Fachkräfte“ vom Pädagogischen Zentrum Bremerhaven besuchten. Im Rahmen des Projektes konnten die Ärztinnen und Ärzte sich auf die Fachsprachenprüfung und auf die Eignungsprüfung vorbereiten, beides Voraussetzungen für Berufserlaubnis und Approbation.

Erfolgsrezept Verzahnung von Inhalt und Sprache: „Integriertes Fach- und Sprachlernen“

Das IQ Netzwerk Bremen arbeitet bei seinen Qualifizierungsangeboten nach dem Konzept der Verzahnung von sprachlichem und fachlichem Lernen – unterstützt durch individuelle Begleitung der Teilnehmenden. Denn alle Menschen sind verschieden, haben andere Ausgangssituationen, Bedarfe sowie Ziele und lernen unterschiedlich.

Das Paritätische Bildungswerk Bremen (PBW) arbeitet seit langem nach dem Grundsatz, dass fachliches und sprachliches Lernen miteinander verzahnt sein muss. Im Rahmen des IQ Netzwerks hat es unter anderem die Qualifizierung „Ausgleichsmaßnahmen für pädagogische Fachkräfte“ entwickelt und erfolgreich erprobt. Das Projektteam des PBW hat neun berufsbegleitende Fachmodule und einen berufsspezifischen Sprachkurs für Erzieherinnen und Erzieher entwickelt. Lernbegleitung, Sprachcoaching und eine abschließende Kolloquiumsvorbereitung sorgen dafür, dass die Pädagoginnen und Pädagogen perfekt auf die Anforderungen der Praxis vorbereitet sind.

Von der Qualifizierung in den Beruf

Nach Abschluss einer Qualifizierung liegt der größte Erfolg für die Teilnehmenden in der Aufnahme einer Beschäftigung. So auch für Darek Kwiatkowski, Teilnehmer der „Ausgleichsmaßnahme für pädagogische Fachkräfte“. Darek Kwiatkowski hat in Polen Erziehung, Betreuung und Soziale Arbeit studiert und kann fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen. Seit 2014 bemüht er sich um die Anerkennung seines Diploms in Bremen. Er erhielt die Anerkennung als staatlich geprüfter sozialpädagogischer Assistent. Das war Kwiatkowskis zu wenig, schließlich hatte er fünf Jahre studiert. Der Pädagoge absolvierte daraufhin die Fachmodule des PBW sowie den Sprachkurs für pädagogische Fachkräfte. Gleichzeitig ergriff er die Möglichkeit, in einer Bremer Kindertagesstätte zu arbeiten. Zurzeit bereitet sich der Erzieher auf das abschließende Kolloquium vor. Nach erfolgreichem Bestehen, erhält er die staatliche Anerkennung.